Psoriasis – Ursachen Vorbeugung und Ernährung

Ursachen für eine Schuppenflechte

Psoriasis iStockphotoSchuppenflechten jeglicher Form gehören zu den multifaktoriell bedingten Krankheiten, das heißt, die Psoriasis entsteht aufgrund verschiedener Faktoren, wobei kein Faktor der alleinige Hauptauslöser ist. Aufgrund nachgewiesener familiärer Häufung ist die Erblichkeit jedoch ein nicht unerheblicher Faktor in der Entstehung der Schuppenflechte. Neben der erblichen Vorbelastung kommen in der Regel jedoch zahlreiche Risikofaktoren hinzu, die den tatsächlichen Ausbruch der Hauterkrankung schlussendlich hervorrufen. So können vor allem auch infektiöse Hautverletzungen zu einer Schuppenflechte führen, die einen chronischen Verlauf nimmt. Hautverletzungen kommen als Ursache jedoch deutlich seltener infrage als eine genetische Vorbelastung. Trotz der hohen Vererbungsrate muss eine genetisch veranlagte Psoriasis nicht in jedem Fall auch zum Ausbruch kommen.

Autoimmunreaktion als Ursache

Dass die Schuppenflechte eine Autoimmunreaktion des körpereigenen Abwehrsystems ist, ist nach heutigem Forschungsstand unumstritten. Der Schuppenflechte liegt eine entzündliche Reaktion der Haut zugrunde, die durch eine fehlerhafte Abwehr körpereigener Zellen zustande kommt. Dabei produziert das Immunsystem zu viele Eiweiße und weiße Blutzellen, die schließlich Entzündungsschübe auslösen können.

Diese entzündungsfördernden Eiweiße setzen sich in den Zellen der oberen Hautschicht fest und rufen eine Entzündung hervor. Infolge dieser Entzündung wird die Haut animiert, sich schnellstmöglich zu regenerieren. Bei einem gesunden Menschen dauert der Vorgang der Hauterneuerung etwa 28 Tagen, wohingegen sich die entzündeten Hautpartien eines Psoriasis-Patienten binnen vier Tagen erneuern können. Durch diesen stark beschleunigten Regenerierungsprozess bildet die Haut zu viel neues Gewebe, sodass sie sich schließlich verdickt und schuppig wird. Die genauen Ursachen solch einer Autoimmunreaktion sind bislang weitgehend ungeklärt.

Risikofaktoren

Als größter Risikofaktor, überhaupt eine chronische Schuppenflechte zu entwickeln, gilt also die Vererbung. Hinzu kommen weitere Risikofaktoren, die beispielsweise den Turnus der Psoriasis-Schübe verkürzen können, oder aber eine Schuppenflechte gänzlich bedingen.

Zu diesen Risikofaktoren gehören

  • Wetterumschwünge
  • Kratz- und Druckverletzungen
  • das Rauchen
  • Übergewicht
  • Stress und seelisches Leiden
  • Alkoholkonsum
  • die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antirheumatika und Betablocker

Verlauf der Krankheit

Sonne strahlend© THesIMPLIFY - FotoliaDie Schuppenflechte verläuft in der Regel chronisch, was für Betroffene eine enorme psychische Belastung darstellt. Wie häufig die Schübe auftreten und in welchem Ausmaß sich die Psoriasis in ihren Schüben zeigt, ist individuell verschieden. Auch variieren die Intervalle der einzelnen Psoriasis-Schübe. Viele Betroffene erleben eine monate- oder sogar jahrelange beschwerdefreie Zeit, bevor die Schuppenflechte erneut auftritt. Andererseits kann die Psoriasis aber auch mit andauernden Schüben einhergehen, die sich über viele Monate erstrecken.

Die Intensität der Schübe ist bei vielen Patienten außerdem abhängig von der Jahreszeit. In den Sommermonaten, wenn die Haut mit viel Sonne in Berührung kommt, treten Psoriasis-Schübe deutlich seltener auf als im Winter. Die kalte und trockene Luft begünstigt entzündliche und schuppige Veränderungen der Haut, wohingegen die Sonne der Neubildung der Psoriasis-Herde entgegenwirkt.

Psoriasis strapaziert die Psyche

Obwohl die Schuppenflechte auch und vor allem körperliche Spuren hinterlässt, unangenehm juckt oder sogar brennt und in der Regel nicht heilbar ist, sind es oftmals psychische Beschwerden, mit denen Betroffene zu kämpfen haben. Die Schuppenflechte kann Depressionen und Ängste auslösen. Viele Betroffene schämen sich ihrer auffälligen Hautveränderungen, sie meiden soziale Anlässe und ziehen sich immer weiter zurück. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, etwa im Schwimmbad, in der Sauna oder im Fitnessclub, kann durch eine Schuppenflechte massiv eingeschränkt sein. Auch mit der Ungewissheit haben die meisten Betroffenen große Schwierigkeiten, denn eine Psoriasis verläuft chronisch und es kann jederzeit zu einem neuerlichen Schub kommen. Trotz des Wissens um den schubartigen Verlauf und die Risikofaktoren lassen sich die Psoriasis-Schübe nicht voraussehen, was für Betroffene eine enorme Belastung bedeutet.

Vorbeugung ist nicht möglich, aber die Schübe lassen sich mildern

Da die Schuppenflechte in all ihren Formen eine Autoimmunreaktion ist, die zusätzlich vererbt werden kann, lässt sich der Psoriasis nicht gezielt vorbeugen. Lediglich das Risiko, im späteren Lebensalter eine Schuppenflechte zu bekommen, lässt sich durch den Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine Abnahme eventuellen Übergewichts reduzieren. Alle anderen Präventionsmaßnahmen richten sich schließlich an Menschen, die bereits an einer Schuppenflechte leiden.

Betroffene können nämlich den Turnus ihrer Psoriasis-Schübe deutlich senken, indem sie auf eine allgemein gesunde Lebensweise achten, sich ausgewogen ernähren, trockene Umgebungsluft meiden, ihre Haut nach Möglichkeit nicht durch das Tragen von Schmuck oder rauer Kleidung mechanisch reizen und keine chemischen Pflegeprodukte verwenden. Die Hautpflege spielt in der Prävention eine essenzielle Rolle, denn gesunde Haut ist widerstandsfähiger gegenüber der Psoriasis.

Psychotherapie

Bestimmte Ernährungskonzepte und Psychotherapien spielen im Rahmen der Psoriasis-Vorbeugung eine wichtige Rolle. Die Psychotherapie kann vor allem für Patienten hilfreich sein, die wegen ihrer Schuppenflechte unter Ängsten und Depressionen leiden. Im Rahmen der Therapie werden Entspannungsübungen erlernt, die Ängste lösen können. Darüber hinaus kann ein Selbstsicherheitstraining helfen, die Krankheit besser zu verstehen und zu akzeptieren, sodass Betroffene sich wegen ihrer Hautmale nicht verstecken.

Ernährung bei Schuppenflechte

Auch die Ernährung ist ein Faktor, der den Verlauf der Schuppenflechte beeinflusst. Das Hautbild hängt maßgeblich von der Lebensweise ab. Grundsätzlich wirken sich Nikotin, Alkohol und ungesunde Fette sowie Zucker negativ auf die Haut und somit auch auf den Verlauf der Schuppenflechte aus. Gesunde Fette, so etwa die Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Lachs enthalten sind, begünstigen hingegen die Prognose. Eine fleischarme, dafür aber fettfischreiche Ernährung mit viel frischem Gemüse kann die Psoriasis-Schübe also abmildern, nicht jedoch gänzlich heilen.

Eine Nahrungsmittel-Liste kann helfen

Obwohl es keine allgemeingültige Diät gibt, die im Falle einer Schuppenflechte helfen kann, können einige Nahrungsmittel die beschwerdefreie Zeit verlängern. Wieder andere Nahrungsmittel können die Schübe hingegen begünstigen. Für jeden Betroffenen ist es daher sinnvoll, eine Liste mit Lebensmittel zu erstellen, die in der Vergangenheit einen neuerlichen Schub ausgelöst haben könnten. Anhand solch einer Liste ist es künftig einfacher, diese Lebensmittel zu meiden.

Allgemein lässt sich festhalten, dass folgende Nahrungsmittel einen negativen Einfluss auf die Schuppenflechte haben:

  • Fleisch und Wurst
  • Butter
  • Sahne
  • Eier

vital-_Dieter_Schütz_pixelioAls positiv im Verlauf einer Schuppenflechte erweisen sich hingegen folgende Lebensmittel:

  • Vitamin C-haltiges Obst und Gemüse
  • Fettfisch wie Lachs und Thunfisch
  • Nüsse
  • hochwertige Öle
  • fettreduzierte Milchprodukte

Selbstverständlich müssen Psoriasis-Patienten nicht vegan leben. Letztendlich zählt nur die Dosis – Betroffene sollten also nach Möglichkeit nicht mehr als zweimal wöchentlich Fleisch essen, dafür aber häufiger Fisch. Fleischliebhaber müssen auf ihr Steak nicht verzichten, sollten aber auf fettarme Fleischsorten wie Pute oder Hühnchen zurückgreifen. Ergänzend können Fischölkapseln mit wertvollem Omega-3 den Verlauf der Schuppenflechte positiv beeinflussen.