Schuppenflechte – eine chronische Hauterkrankung

Schuppenflechte iStockphotoWenn die Haut juckt, sich rötet und schuppt, kann eine Schuppenflechte, die sogenannte Psoriasis, dahinter stecken. Die Schuppenflechte ist eine gutartige, wenn auch äußerst unangenehme Hauterkrankung, die sowohl Kleinkinder als auch Erwachsene treffen kann. Eine Schuppenflechte ist in aller Regel eine chronische Erkrankung, unter der Betroffene ihr Leben lang leiden.

Die Psoriasis äußert sich durch Anomalien der Haut, nämlich kleine bis handtellergroße Flecken, deren Oberfläche deutlich schuppig ist. Auf dieser Veränderung des Hautbildes basiert auch der Name Schuppenflechte. Weitere typische Merkmale sind starke Rötungen der betroffenen Flechten, ein unangenehmes Jucken und Schwellungen der betroffenen Hautpartien. Nicht selten geht eine Schuppenflechte auch mit Veränderungen der Fingernägel einher, beispielsweise mit einer Weißzeichnung des Nagelbettes oder der Nagelränder.

Die Schuppenflechte ist nicht ansteckend

Die Psoriasis ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die häufig auf der Kopfhaut, entlang des Halses sowie in den Ellenbeugen und den Kniekehlen entsteht. Aber auch alle anderen Körperregionen können, wenn auch seltener, betroffen sein. Eine schwere, unbehandelte Schuppenflechte kann jedoch angrenzende Gelenke, Bänder und Weichteile befallen, in seltenen Fällen geht sie außerdem auf die Augen über.

In Deutschland gehört die Schuppenflechte mit mehr als einer Million Betroffenen zu den häufigsten gutartigen Hautkrankheiten, betroffen sind Frauen und Männer gleichermaßen. Die einzelnen Schuppenflechten, die sogenannten Herde, treten oftmals unabhängig voneinander auf und gelten nach momentanem Kenntnisstand der Medizin als eine Autoimmunreaktion, also als ein Angriff des eigenen Immunsystems.

Hellhäutige Menschen sind häufiger betroffen

Schuppenflechte ist eine entzündliche Hautkrankheit, die explizit bei hellhäutigen Menschen vorkommt, wohingegen dunkelhäutige Menschen in der Regel nicht unter Psoriasis leiden. Je heller also der Hauttyp, desto höher das Risiko, an einer Schuppenflechte zu erkranken. Auch innerhalb der hellhäutigen Bevölkerung variiert also das Risiko, wobei rot-blonde Hauttypen besonders häufig betroffen sind. Inwiefern die Entstehung der Psoriasis mit dem Hauttyp in Verbindung steht, ist noch nicht vollends erforscht.

Wie eine Schuppenflechte entsteht

Stress © Robert Kneschke - FotoliaFaktisch kommt es jedoch bei besonders hellen Hauttypen häufiger zu Autoimmunreaktionen, im Rahmen derer das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und schädigt. Auf diese Weise kann die Schuppenflechte entstehen. Sie basiert praktisch auf einer Fehlsteuerung der Körperabwehr. Eine genetische Veranlagung gilt, insbesondere im Hinblick auf die Häufigkeit bei hellen Hauttypen, als sehr wahrscheinlich.

Darüber hinaus können weitere Faktoren eine Psoriasis begünstigen oder auslösen, darunter:

  • bestimmte Medikamente
  • zu viel Stress
  • Verletzungen der Haut
  • Klimawechsel, vor allem Kälte
  • psychische Erkrankungen

Formen und Symptome einer Psoriasis

Die Beschwerden, die eine Schuppenflechte mit sich bringt, stehen immer in Abhängigkeit zur genauen Form der Psoriasis. Innerhalb dieser Hauterkrankung lassen sich drei hauptsächliche Formen unterscheiden, nämlich die Psoriasis vulgaris, die Psoriasis pustulosa und die Psoriaris-Arthritis. Obwohl diese drei Formen unterschiedliche Symptome auslösen, kann ein Patient auch unter einer Mischform aller drei Erkrankungstypen leiden. Typischerweise geht eine Schuppenflechte, gleich welcher Form, jedoch mit folgenden Grundbeschwerden einher:

  • stark gerötete, scharf begrenzte Hautflecken
  • weiß-schuppige Hautoberfläche
  • leichter bis starker Juckreiz
  • Hauttrockenheit mit schmerzhafter Blasen- oder Rissbildung

Psoriasis vulgaris

Die Psoriasis vulgaris ist die gewöhnliche Schuppenflechte und zugleich die häufigste Form der Erkrankung. Rund zwei Drittel aller Erkrankten leiden unter einer Psoriasis vulgaris, die in Typ I und Typ II unterteilt wird.

Die Typ I-Erkrankung bricht im Alter von zehn bis 25 Jahren aus, wohingegen die Psoriasis Typ II im Alter von 35 bis 60 Jahren erstmalig auftritt. Die Psoriasis vulgaris Typ I verläuft vergleichsweise stärker, mit häufigen Schüben und Hautveränderungen an vielen Körperstellen. Beim Typ I dieser Erkrankung ist von einer hohen Erblichkeitsrate auszugehen, wohingegen der Typ II der gewöhnlichen Schuppenflechte meist auf anderen Ursachen basiert und deutlich milder verläuft.

Grundsätzlich bringt jedoch eine Psoriasis vulgaris, gleich welchen Typs, folgende Symptome mit sich:

  • kleine, gerötete Entzündungsherde auf der Haut an Ellenbogen, Knie und Kopf
  • rasche Größenzunahme der einzelnen Herde auf Handtellergröße
  • Flechtenbildung in der Analfalte
  • Flechtenbildung rund um und auf dem Fingernagel
  • massive Schuppen- und Schrundenbildung

Unterschiedliche Erscheinungsformen innerhalb der gewöhnlichen Schuppenflechte

Die Psoriasis vulgaris Typ I und II lässt sich darüber hinaus in mehrere Erscheinungsformen unterteilen. Diese Unterteilung ist sinnvoll, da sie Auskunft über die genaue Lokalisation und das Ausmaß der Hauterkrankung gibt. Im Wesentlichen unterscheiden Hautärzte also folgende Formen der gewöhnlichen Schuppenflechte:

Psoriasis punctata: Punktförmiges Auftreten einzelner, kleiner Schuppenflechten
Psoriasis guttata: Größere, tropfenförmige Schuppenflechtenherde
Psoriasis nummularis: Etwa münzgroße, kreisrunde Schuppenflechten
Psoriasis anularis: Mittelgroße, ringförmige Schuppenflechten
Psoriasis gyrata: Längliche, girlandenartige Flechtenherde
Psoriasis geographica: Sehr große und verbundene, landkartenähnliche Schuppenflechten
Psoriasis inversa/intertriginosa: Seltenere Schuppenflechte, die enge Hautfalten, so etwa die Brustfalte, die Fußsohlen, die Handflächen und den Leisten- und Intimbereich befällt.

Kleiner Junge mit Windpocken© UbjsP - FotoliaGroßflächige und punktuelle Schuppenflechten

Die Schuppenflechte äußert sich in den meisten Fällen durch einzelne Flechtenherde, die sogenannten Plaques. Einige Patienten leiden jedoch unter einer großflächigen Flechte, die im Zweifelsfall mehr als zwei Drittel der gesamten Haut bedecken kann. Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris vom Plaque-Typ. Dabei erstrecken sich zahlreiche kleine, etwa stecknadelkopf- bis münzgroße Flechten insgesamt großflächig über den Bereich der Kniekehlen, Armbeugen und entlang des Halses. In schwierigeren Fällen zeigen sich auch Flechten auf der Brust, am Rücken, auf der Kopfhaut und im Ohr.

Die exanthematische Psoriasis äußert sich hingegen durch kleinste Schuppenflechten, ähnlich einer Maserninfektion, am Rücken und auf der Brust. Häufig sind hiervon Kinder und Jugendliche betroffen, die sich zuvor mit Streptokokken-Bakterien infiziert haben.

Psoriasis-Arthritis – Schuppenflechte mit Gelenkschmerzen

Die Psoriasis-Arthritis, auch Psoriasis arthropathica genannt, ist eine Form der Schuppenflechte mit Beteiligung der und Ausbreitung auf die umliegenden Gelenke. Diese Erkrankungsform betrifft rund 20 Prozent aller Psoriasis-Patienten. Die Schuppenflechte löst dabei nicht nur das typische Hautbild mit flächigen Rötungen, Schwellungen und schuppiger Haut aus, sondern auch Arthritis-Schübe, das heißt, es kommt zu Gelenkschmerzen und -schwellungen. Betroffenen fällt es schwer, die Gelenke zu bewegen und es kann, vor allem morgens nach dem Aufstehen, zur zeitweiligen Gelenksteifheit kommen.

Anders als bei einer echten Arthritis sind die Rheumafaktoren im Blut im Falle einer Psoriasis-Arthritis nicht erhöht, sodass sich beide Krankheitsbilder klar voneinander unterscheiden lassen. Dennoch sind die psoriasisbedingten rheumatischen Beschwerden dieser Patienten nicht weniger echt oder unangenehm. Typischerweise sind bei einer Psoriasis-Arthritis auch die Fingernägel vom schuppigen Belag betroffen.

Formen der Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis arthropathica kann in zwei Verlaufsformen auftreten, nämlich der peripheren und der axialen Form. Der periphere Typ verursacht lokale Gelenkschmerzen und -schwellungen an nur einem oder wenigen kleinen Gelenken, zumeist sind die Fingergelenke oder die Zehen betroffen. Rund um das betroffene Gelenk zeigen sich Rötungen und Schwellungen. Die periphere Erkrankung verläuft, wie nahezu alle Psoriasis-Typen, chronisch und in Schüben, sodass es im Laufe der Jahre immer wieder zu schmerzhaften Veränderungen der kleinen Gelenke kommt. Bei einer Häufung von Schüben innerhalb kurzer Zeit wird die betreffende Gelenkkapsel derart in Mitleidenschaft gezogen, dass es langfristig zu Schäden am Knochen kommen kann.

Der axiale Typ tritt hingegen vergleichsweise selten auf. Hierbei sind die Gelenke der Wirbelsäule und in schweren Fällen auch die Gelenke des Darmbeins von der Psoriasis-Arthritis betroffen. Patienten leiden also unter einer schmerzhaften Versteifung wichtiger Gelenke, die in akuten Schüben bis zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit führen können.

Psoriasis pustulosa: selten und gefährlich

Die Psoriasis pustulosa, auch Psoriasis palmoplantaris genannt, ist eine seltene Form der Schuppenflechte, die nicht einmal drei Prozent aller Psoriasis-Erkrankungen ausmacht. Bei dieser Form der Schuppenflechte zeigen sich die schuppigen und juckenden Rötungen vor allem an den Fußsohlen und den Handinnenflächen. Die geröteten Hautstellen sind zudem mit kleinen Eiterbläschen überzogen, was dieser Flechtenform den Namen Psoriasis pustulosa einbrachte. Diese Schuppenflechte betrifft Frauen wesentlich häufiger als Männer, sie basiert meist auf einer vorangegangenen oder nicht richtig ausgeheilten bakteriellen Infektion.

Als Ursache werden unter anderem Hormonschwankungen angenommen, was das hohe Erkrankungsrisiko bei Frauen erklärt. Auch schwangere Frauen, vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft, können eine Psoriasis pustulosa entwickeln. In schweren Fällen erstrecken sich die Flechten und die Eiterbläschen über den gesamten Körper. Das führt unweigerlich zu einer massiv eingeschränkten Funktion der Haut, weswegen diese Form der Schuppenflechte als gefährlich, in schweren Fällen sogar als lebensbedrohlich gilt. Eine ausgedehnte Psoriasis pustulosa geht mit Fieber, Abgeschlagenheit und einem starken Krankheitsgefühl einher.

Stand 05.09.2013